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Buchkonzept: Mit diesen 5 Schritten starten Sie Ihr Fachbuch

Ein Fachbuch zu schreiben ist für Experten aus der Wirtschaft eine hervorragende Möglichkeit, für Sichtbarkeit zu sorgen. Die Idee für das Buch liegt oft nahe – doch wie beginnen? Welche Entscheidungen müssen Sie vorab treffen? Und brauchen Sie ein Konzept? Beginnen Sie Step by Step – mit den richtigen Fragen, dem Titel und der Gliederung.

Schritt 1: Ihre Ziele klären

Ein Fachbuch ist der beste Kompetenzausweis. Ob Sie Trainer oder Trainerin sind, Consultant oder ein Start-up gegründet haben – mit Ihrem Buch positionieren Sie sich als Experte auf Ihrem Gebiet und setzen einen Dialog mit Ihrer Zielgruppe in Gang. Wird Ihr Buch in den Buchhandel gebracht und geschickt vermarktet, arbeitet es wie ein Multiplikator. Mit jedem verkauften Exemplar und jeder Besprechung werden Sie bekannter. Und irgendwann kommen neue Kunden ganz von selbst zu Ihnen!

Damit Ihr Fachbuch auch zu einem mächtigen Selbstmarketing-Werkzeug werden kann, verschaffen Sie sich zunächst Klarheit über Ihre Ziele. Dann werden Sie die richtigen Entscheidungen für Ihr Konzept treffen.

Mögliche Ziele:

  • Bekanntheitsgrad steigern
  • Potenzielle Kunden, Auftrag- oder Arbeitgeber auf sich aufmerksam machen
  • Sich als Speaker positionieren
  • Buch als Geschenk zur Kundenbindung nutzen
  • Eine hochwertige Seminarunterlage schaffen

Schritt 2: Die Veröffentlichung planen

Sie wollen ein breites Publikum erreichen? Dann sollten Sie sich einen professionell aufgestellten Partner für die Veröffentlichung und den Vertrieb suchen. Das kann ein Verlag sein oder ein Self-Publishing-Anbieter.

Sie können Ihr Buch auch ohne Veröffentlichung drucken lassen (Privatdruck). Dann allerdings gelangt es nicht in den Buchhandel. Sinnvoll ist das nur, wenn Sie Ihr Fachbuch selbst an eine definierte Zielgruppe verteilen wollen.

Verlag oder Selfpublishing?

Als Autor eines Fachverlags haben Sie den Vorteil, dass Sie sich ganz auf das Schreiben konzentrieren können. Denn der Verlag kümmert sich um Aufgaben wie Layout, Lektorat oder Vermarktung. Wer einen bekannten Verlag findet, profitiert zudem von dessen Renommee. Doch die Bewerbung als Autor kann zeitintensiv sein. Wenn Sie noch unbekannt sind, müssen Sie schon großes Glück haben, auf Anhieb einen Verlagspartner zu finden.

Hier liegt der Vorteil des Selfpublishings: Sie können Ihr Buch veröffentlichen, wann Sie möchten. Auf einer Self-Publishing-Plattform lässt sich das innerhalb weniger Tage und ohne technische Vorkenntnisse realisieren. Zudem sind Sie frei in der Gestaltung der Inhalte, können sogar den Buchpreis und damit Ihr Autorenhonorar selbst festlegen. Dafür sind Sie, anders als im Verlag, allein für die Vermarktung zuständig.

Ein Fach- oder Sachbuch zu schreiben ist kein kleines Projekt.

Tipp: Suchen Sie sich Menschen, die Sie unterstützen – Freunde oder Kollegen, die Ihre Ideen diskutieren und Ihre Texte gegenlesen.

Wollen Sie einen Lektor oder eine Lektorin ins Boot holen, dann am besten schon in der Konzeptphase.

E-Book oder gedrucktes Buch?

Soll Ihr Fachbuch als E-Book oder gedruckt erscheinen? Bei dieser Vorüberlegung spielt eine Rolle, welche Zielgruppe(n) Sie ansprechen wollen und welche Ausstattung Sie planen.

Das E-Book hat sich als Medium etabliert. Es bietet dem Nutzer viele Annehmlichkeiten, etwa eine bequeme Navigation mit der für Fachbücher besonders hilfreichen Suchfunktion. Zudem können E-Books jederzeit erworben und mit der passenden App auch auf dem PC, Tablet oder Smartphone gelesen werden.

Doch einem gedruckten Buch geben viele Leser noch den Vorzug. Es bietet ein sinnliches Erlebnis und wird als wertiger empfunden, was sich in einer höheren Preisbereitschaft spiegelt. Bedenken Sie das, wenn Sie Ihr Fachbuch an Kunden und Geschäftspartner verschenken wollen.

Soll Ihr Buch optisch viel hermachen? Farbige Bilder und Grafiken werden auf E-Book-Readern mit E-Ink-Technologie nur in Graustufen ausgegeben, und auf kleinen Displays verliert ein komplexes Layout seine Wirkung.

Tipp: Um eine größere Reichweite zu erzielen, veröffentlichen Sie Ihr Buch am besten elektronisch und gedruckt als Hardcover und/oder Taschenbuch. So erreichen Sie mehr Leser, unterschiedliche Lesertypen und können verschiedene Preisbereitschaften abdecken.

Schritt 3: Das Buchkonzept anlegen

Nun können Sie Ihren Fokus auf die inhaltliche Planung legen. Jedes Buch braucht ein Grundgerüst – das Konzept. Damit legen Sie fest, welche Inhalte Sie an wen und wie vermitteln wollen. Sie prüfen die Tragfähigkeit Ihrer Idee und loten die Stellung Ihrer Veröffentlichung im Markt aus.

Ein Buchkonzept müssen Sie erstellen, wenn Sie sich bei einem Verlag bewerben. Aber auch für Self Publisher lohnt sich die Arbeit. Denn so können Sie viel zielgerichteter am Manuskript arbeiten.

Wenn Sie Ihr Buch konzipieren,

  • ‍definieren Sie Ihre Buchidee, Ihr Thema
  • identifizieren Ihre Zielgruppe(n) und analysieren deren Bedürfnisse
  • wählen die Art der Vermittlung
  • formulieren ein Alleinstellungsmerkmal
  • finden einen Buchtitel
  • entwerfen eine Gliederung.

Sicher haben Sie schon recherchiert, ob es bereits Bücher zu Ihrem Thema gibt. Wie soll sich Ihr Fachbuch in diesem Umfeld abheben? Überlegen Sie, was das Neue oder Einzigartige an Ihrer Buchidee ist. Oder warum Sie für das Thema Experte sind, welchen Wissensvorsprung Sie haben. Gleichzeitig müssen Sie an die Leser denken – welchen besonderen Nutzen haben sie? Welche Botschaft wollen Sie ihnen vermitteln?

Schließlich ist es anzuraten, sich erste Gedanken zur Aufbereitung zu machen. Wollen Sie ein Handbuch für Praktiker schreiben, das 400 Seiten umfasst? Oder schwebt Ihnen ein schmaler Ratgeber für Einsteiger vor? Planen Sie farbige Bilder, Infografiken, besondere Inhalte wie Tests? Der Vorteil beim Self Publishing: Sie müssen sich nicht festlegen – die Planung dient nur Ihnen selbst. Welcher Preis angemessen ist, können Sie sogar erst kurz vor der Veröffentlichung entscheiden.

Mehr über ein erfolgreiches Buchkonzept lesen Sie im Experteninterview „Was ein gutes Buchkonzept auszeichnet“.

Ein Alleinstellungsmerkmal formulieren

Mit dem Alleinstellungsmerkmal – auch USP – bringen Sie auf den Punkt, warum Ihr Buch einzigartig ist. Was unterscheidet es von andern Fachbüchern zum Thema?

Beispiel: „Das Buch ‚Mitarbeiter ab 50 führen‘ ist das erste Managementbuch im deutschsprachigen Raum, das systematisch auf die Führung älterer Mitarbeiter eingeht. Es zeigt Führungskräften, wie sie das Potenzial erfahrener Mitarbeiter aufdecken, ihre Motivation steigern und sie erfolgreich in ein Team integrieren. Extra: Mit einem Leitfaden für junge Führungskräfte.“

Diesen Text können Sie für Ihre Werbung nutzen und ausbauen, zum Beispiel für die Beschreibung auf dem Cover (Klappentext).

Schritt 4: Einen Buchtitel finden

Der Buchtitel ist ein Verkaufsfaktor. Er muss Käufer auf das Buch aufmerksam machen, Neugier wecken und schnell erfassbar sein. Das Thema sollte beim Fachbuch genannt werden, schon, damit es besser aufgefunden wird. Gleichzeitig sollte sich der Titel von anderen abheben – und die Zielgruppe sich angesprochen fühlen.

Wie bekommt man diese Ansprüche unter einen Hut bzw. in einen kurze „Überschrift“? Es gibt mehr Möglichkeiten, als Sie denken.

  • Beginnen Sie mit dem Schlagwort und präzisieren Sie das Thema, etwa im Untertitel: „Digitalisierung im Handwerk. Wie kleine Unternehmen den Wandel stemmen“
  • Bringen Sie Ihre Persönlichkeit ein: „Personalgespräche führen mit der Mendler-Methode“
  • Werden Sie provokant: „DSGVO – und jetzt? Marketing ohne Datenschutzkonflikte“

Probieren Sie verschiedene Varianten aus, spielen Sie mit den Wörtern. Haben Sie sich für einen Titel entschieden, können Sie Titelschutz beantragen. Wie das geht, erfahren Sie hier.

Schritt 5: Eine Gliederung entwerfen

Sie haben schon recherchiert bzw. schriftliches Material, auf das Sie zurückgreifen können? Ordnen Sie Ihre Unterlagen zu einer Stoffsammlung, indem Sie Relevantes von Uninteressantem trennen und tragende Ideen identifizieren. Dann gehen Sie den umgekehrten Weg und überlegen, welche Fragen Sie mit Ihrem Buch (noch) beantworten wollen. Mit Recherche und Kreativtechniken wie Brainstorming kommen Sie auf weitere Ideen für Inhalte bzw. Kapitel.

Dann entwickeln Sie den roten Faden. Ihre Gliederung ist für ein Fachbuch so wichtig wie der Plot für einen Roman. Damit umgrenzen Sie Ihr Thema, bringen den Inhalt in eine logische Struktur und bieten dem Leser Orientierung.

Hier einige Tipps:

  • ‍Die Anzahl von Buchteilen, Hauptkapiteln und Unterkapiteln sollte ausgewogen, die Struktur übersichtlich sein.
  • Achten Sie auf Relevanz. Definitionen oder historische Exkurse bilden keine Hauptkapitel.
  • Die Kapitel können nicht nur verschiedene Aspekte des Themas, sondern auch Schritte in einem Prozess oder konkrete Fragen der Leser aufgreifen.
  • Gehen Sie von praktischen Problemen aus anstatt von der Theorie.
  • Stellen Sie sich die Lernkurve vor. Kommen Sie vom Allgemeinen zum Speziellen und vom Einfachen zum Komplexen.
  • Versuchen Sie, sprechenden Überschriften für Ihre Kapitel zu finden. Worum geht es in dem Abschnitt?

Ihre erste Gliederung ist nicht in Stein gemeißelt, sondern eine Arbeitsgliederung. Sie kann sich noch verändern, es können zum Beispiel neue Kapitel hinzukommen, etwa aufgrund neuer Fakten oder Erkenntnisse. Überhaupt ist ein Buch zu schreiben ein Prozess. Lassen Sie Ihre Ideen reifen. Haben Sie den Mut, Inhalte zu verwerfen, wenn sie nicht ins Konzept passen. Nicht alles, was Ihnen anfangs einfällt, wird später im Buch stehen – das ist ganz normal.

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